Löwenzahn Aquarell malen: Schritt-für-Schritt Anleitung im Art Journal

von Aqurellflair | Apr. 16, 2026 | Blog, easy, Inspiration, Journal, Starter

Löwenzahn Aquarell malen: Schritt-für-Schritt Anleitung im Art Journal

Eine botanische Aquarell-Illustration von Löwenzahn – direkt aus der Natur gemalt, mit echten Blüten als Vorlage, Schmincke Aquarellfarben und Caran d’Ache Buntstiften. Einfach, entspannt und perfekt für dein Art Journal.

Es war ein ruhiges Wochenende. Auf dem Tisch lagen frische Löwenzahnblüten – direkt aus dem Garten – ein offenes Skizzenbuch, der Schmincke-Kasten und eine Tasse Kaffee. Mehr braucht es manchmal nicht.

Löwenzahn ist eines dieser Motive, das man leicht übersieht. Dabei ist er perfekt zum Aquarellieren: strahlenförmige Blütenblätter, klare Struktur, ein leuchtendes Goldgelb, das auf dem Papier richtig zur Geltung kommt.

In diesem Tutorial zeige ich dir, wie du Löwenzahn Schritt für Schritt im Art Journal aquarellierst – mit einer Kombination aus Aquarellfarben und Buntstiften, die dem Bild besondere Tiefe gibt. Auch als Anfängerin kannst du dieses Motiv nachmalen.

Das brauchst du für dieses Tutorial

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Warum Löwenzahn das perfekte Motiv für Aquarell-Anfängerinnen ist

Löwenzahn hat eine klare, wiedererkennbare Form – und genau das macht ihn so ideal zum Malen. Die strahlenförmigen Blütenblätter lassen sich mit lockerem Pinselstrich darstellen, ohne dass jedes Detail perfekt sein muss. Und das leuchtende Gelb ist dankbar: Es trägt die Illustration, auch wenn die Technik noch nicht perfekt sitzt.

Dazu kommt: Löwenzahn wächst überall. Du kannst jederzeit eine echte Blüte vor dich legen und direkt nach der Natur malen – das beste Training für botanische Illustrationen.

Schritt 1: Die erste Blüte – locker und spontan

Zeichne die grobenstruckturen vor, mit Kreisen und Linien. Beginne dann mit einer einzelnen Löwenzahnblüte, bevor du die ganze Komposition angehst. Male die strahlenförmigen Blütenblätter mit einem hellen, warmen Gelb – der Pinsel bewegt sich von der Mitte nach aussen, locker und ohne Druck.

In die noch nasse Farbe kannst du sofort ein kräftigeres Orange oder Goldgelb in die Mitte geben. So entsteht Tiefe ganz ohne aufwändige Schattierungstechnik.

Tipp: Schau dir die echte Blüte genau an. Die Blütenblätter sind nicht alle gleich lang und stehen nicht alle in dieselbe Richtung – diese Unregelmässigkeit macht die Illustration lebendig.

Schritt 2: Die Komposition – mehrere Blüten und Knospen

Wenn die erste Blüte trocken ist, baust du die Komposition aus. Füge zwei bis drei weitere Löwenzahnblüten in verschiedenen Grössen hinzu – eine voll geöffnet, eine etwas kleiner, eine als Knospe.

Die Stiele male ich mit einem langen, geschwungenen Pinselzug in Grün. Dazwischen kommen die typisch gezackten Löwenzahnblätter – in verschiedenen Grüntönen, nass in nass, damit sie weich ineinander verlaufen.

Kompositions-Tipp: Verteile die Blüten nicht gleichmässig. Eine höher, eine tiefer, eine leicht überlappend – das macht das Bild interessanter und weniger steif.

Schritt 3: Buntstifte für Tiefe und Textur

Wenn alles getrocknet ist, kommen die Caran d’Ache Swisscolor Buntstifte. Mit einem kräftigen Orange oder dunklen Gelb werden einzelne Blütenblätter an den Rändern nachgezeichnet und die Struktur der Blüte betont.

Für die Blätter nutze ich verschiedene Grüntöne aus dem Buntstift-Set: ein helles Gelbgrün für die Adern, ein dunkleres Grün für die Schattenseiten der Blätter.

Der Unterschied zwischen Aquarell allein und Aquarell mit Buntstift ist gross: Die Illustration gewinnt eine zweite, detailliertere Ebene – wird aber trotzdem nicht steif oder überarbeitet.

Schritt 4: Letzte Details und Feinheiten

Zum Abschluss schaue ich das Bild als Ganzes an: Wo braucht es noch etwas Farbe? Wo darf ein Stiel etwas dunkler werden? Ein paar kleine Punkte als Pollenstäubchen in der Blütenmitte, ein zarter Umriss hier und da.

Was ich bewusst nicht tue: Jedes Detail perfektionieren. Löwenzahn-Aquarelle leben von ihrer Leichtigkeit. Ein paar ungenaue Stellen machen das Bild menschlich – und genau das ist der Charme von handgemalten botanischen Illustrationen.

Kurz zusammengefasst: Die 4 Schritte

1. Erste Löwenzahnblüte locker mit Aquarell malen
2. Komposition mit mehreren Blüten, Knospen und Blättern aufbauen
3. Mit Buntstiften Tiefe und Textur hinzufügen
4. Letzte Details setzen – und dann loslassen

Meine 5 Tipps für das Löwenzahn-Aquarell

  1. Male nach echter Vorlage. Lege eine frische Löwenzahnblüte auf den Tisch – Naturvorlagen zeigen Details, die kein Foto vermittelt.
  2. Fange mit der hellsten Farbe an. Beim Aquarell gilt: Hell vor Dunkel. Beginne mit dem hellen Gelb und arbeite dich zu den dunkleren Tönen vor.
  3. Lass trocknen bevor du Buntstift einsetzt. Nasses Aquarellpapier reisst unter Buntstiftdruck leicht. Geduld lohnt sich.
  4. Nicht jede Blüte muss gleich sein. Verschiedene Grössen, Öffnungsgrade und Winkel machen die Komposition lebendig.
  5. Weniger ist mehr. Ein lockeres, unvollständiges Aquarell wirkt oft schöner als ein überarbeitetes.

Fazit

Löwenzahn ist eines der schönsten Motive für botanische Aquarelle – und dabei überraschend einfach. Die Kombination aus lockerem Aquarell und detaillierten Buntstift-Akzenten macht jede Illustration einzigartig.

Das vollständige Video zu diesem Tutorial findest du hier auf YouTube.

Mehr fertige Aquarelle und botanische Illustrationen gibt es im Etsy-Shop: aquarellflair.etsy.com

 

Häufige Fragen zum Löwenzahn Aquarell

Wie male ich Löwenzahn mit Aquarell als Anfängerin?
Beginne mit einer einzelnen Blüte: helles Gelb von der Mitte nach aussen, locker und ohne Druck. Kein Vorzeichnen nötig. Wenn die erste Blüte sitzt, füge weitere in verschiedenen Grössen hinzu.

Welche Farben brauche ich für ein Löwenzahn-Aquarell?
Hauptsächlich Gelb und Orange für die Blüten, verschiedene Grüntöne für Stiele und Blätter. Ein Ocker für Schatten. Mehr braucht es nicht.

Kann ich Aquarell und Buntstifte kombinieren?
Ja, das funktioniert wunderbar. Erst Aquarell trocknen lassen, dann mit Buntstiften Details und Schattierungen hinzufügen. Caran d’Ache Swisscolor eignen sich besonders gut, da sie gut auf Aquarellpapier haften.

Welches Art Journal eignet sich für Aquarell?
Mindestens 200 g/m² sollte das Papier haben. Viele Art Journals haben 200–250 g/m², was für diese Technik gut funktioniert. Für intensivere Nassarbeiten lieber 300 g/m² wählen.

Muss ich den Löwenzahn vorzeichnen?
Nein. Beim Aquarell funktioniert es oft besser, direkt mit dem Pinsel zu arbeiten. Ein kurzes, leichtes Vorskizzieren mit Bleistift ist möglich – danach fast vollständig ausradieren.

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