Mohnblumen Aquarell malen: Zwei Versionen – klassisch und expressiv im Vergleich

von Aqurellflair | Mai 11, 2026 | Blog, easy, Inspiration, Journal, Starter

Ein Motiv – zwei völlig verschiedene Stimmungen: Warum es sich lohnt, dasselbe Sujet zweimal zu malen, und was dabei passiert.

Manchmal ist das Interessanteste nicht das fertige Bild – sondern der Vergleich.

Was passiert, wenn man dasselbe Motiv zweimal malt? Mit denselben Farben, aber einer anderen Haltung? Einer anderen Technik? Einer anderen Energie?

In diesem Tutorial entstand ein Mohnblumen-Aquarell gleich zweimal: einmal klassisch mit warmem Pfirsichhimmel, Spritztechnik und sauberer Masking-Tape-Rahmung. Einmal expressiv – satte, kräftige Rottöne, ein kühler Graublau-Hintergrund und Kupfer-Glitzer-Akzente die das Bild aufleuchten lassen.

Beide im selben Skizzenbuch. Beide mit Schmincke Aquarellfarben. Und beide zeigen dasselbe Mohnfeld – und doch sehen sie völlig anders aus.

Das brauchst du für dieses Tutorial

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Version 1: Klassisch – warmer Pfirsichhimmel, Spritztechnik, Masking Tape

Die erste Version arbeitet mit Wärme und Stimmung. Das Masking Tape wird als Rahmung rund um das Papier geklebt – so kann grosszügig über die Grenzen hinausgemalt werden und am Ende entsteht ein sauberer, professioneller weisser Rand.

Der Himmel entsteht nass in nass: warmes Pfirsich, ein Hauch Lachs, weiche Wolken durch ausgesparte Bereiche. Die Mohnblüten in Korallrot, verschieden gross, locker und spontan gesetzt. Mohnkapseln in Umbra-Braun. Dann die Spritztechnik: Farbe auf einen alten Pinsel laden und mit dem Finger über die Borsten fahren – kleine rote Spritzer imitieren das Mohnfeld in der Ferne.

Tape abziehen – der saubere weisse Rand erscheint.

Version 2: Expressiv – satte Rottöne, Graubalau, Kupfer-Glitzer

Die zweite Version hat eine andere Energie. Kein Pfirsichhimmel – stattdessen ein kühler, fast mystischer Graubalau als Hintergrund. Die Mohnblüten sind grösser, kräftiger, satter in der Farbe – tiefes Karminrot bis fast Dunkelrot.

Und dann der besondere Moment: der Kupfer-Glitzerstift. Einzelne Kreise in verschiedenen Grössen, über das Bild verteilt – mal voll ausgemalt, mal nur als Umriss. Diese Glitzerpunkte geben der Illustration eine Leichtigkeit, fast wie Seifenblasen im Wind.

Das Ergebnis ist expressiver, moderner, mutiger. Und zeigt: Dasselbe Motiv kann völlig anders wirken – wenn man bereit ist, die Haltung zu wechseln.

In die noch nasse Farbe kannst du sofort ein kräftigeres Orange oder Goldgelb in die Mitte geben. So entsteht Tiefe ganz ohne aufwändige Schattierungstechnik.

Tipp: Schau dir die echte Blüte genau an. Die Blütenblätter sind nicht alle gleich lang und stehen nicht alle in dieselbe Richtung – diese Unregelmässigkeit macht die Illustration lebendig.

Klassisch vs. Expressiv – was ist der Unterschied?

Version 1 – Klassisch:
Warmtöne, Pfirsich und Koralla, Spritztechnik, Masking Tape Rahmung. Wirkt malerisch, nostalgisch, sommerlich. Ideal für jemanden, der einen „vollständigen“ Aquarell-Look sucht.

Version 2 – Expressiv:
Kühler Hintergrund, satte Rottöne, Kupfer-Glitzer. Wirkt modern, mutig, aussergewöhnlich. Ideal für jemanden, der etwas Unerwartetes in seiner Illustration sucht.

Welche ist besser? Keine. Beide sind gültig. Beide zeigen dasselbe Motiv – und doch erzählen sie verschiedene Geschichten. Das ist das Faszinierende an der Aquarellmalerei: Es gibt immer mehr als einen Weg.

5 Tipps für das Mohnblumen-Aquarell

1. Immer von hell nach dunkel. Pfirsich zuerst, dann die Rottöne, zuletzt die dunklen Details und Pollenpunkte.
2. Trocknen zwischen den Schichten. Besonders zwischen Hintergrund und Blüten – nasses Papier lässt die Farben unkontrolliert ineinander laufen.
3. Masking Tape nicht zu fest. Leicht andrücken reicht – sonst reisst das Papier beim Abziehen.
4. Glitzerstift als letzten Schritt. Auf vollständig trockenem Papier verteilt sich der Glitzerstift gleichmässig ohne zu kleckern.
5. Beide Stile ausprobieren. Wenn du ein Motiv zweimal malst, lernst du mehr als bei zehn verschiedenen Motiven. Der Vergleich zeigt, was du wirklich kannst.

Fazit

Zwei Versionen, ein Motiv – und zwei völlig verschiedene Stimmungen. Das ist das Schöne an der Aquarellmalerei: Es gibt kein einzig Richtiges. Nur verschiedene Wege zu einem Bild, das sich richtig anfühlt.

Das vollständige Video mit beiden Versionen in Entstehung findest du hier auf YouTube.

Mehr Tutorials und Materialempfehlungen auf dem Blog:
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Häufige Fragen zum Mohnblumen Aquarell

Wie male ich Mohnblumen mit Aquarell?
Beginne mit dem Hintergrund nass in nass – bei der klassischen Version warmes Pfirsich, bei der expressiven Version kühles Graubalau. Die Mohnblüten kommen wenn der Hintergrund trocken ist: vier runde Blütenblätter locker um einen Mittelpunkt, in Korallrot oder kräftigem Dunkelrot. Die schwarzen Pollenpunkte in der Mitte immer als letztes setzen.

Was ist der Unterschied zwischen klassischem und expressivem Aquarell?
Klassisches Aquarell arbeitet mit weichen Übergängen, erkennbaren Formen und einer harmonischen Farbpalette. Expressives Aquarell ist mutiger: stärkere Kontraste, weniger perfekte Formen, mehr Spontaneität. Beide sind gleichwertig – es ist eine Frage der gewünschten Stimmung.

Kann ich Glitzerstifte im Aquarell verwenden?
Ja. Glitzerstifte auf trockener Aquarellfarbe funktionieren sehr gut. Immer als letzten Schritt verwenden, wenn das Bild vollständig trocken ist.

Was ist die Spritztechnik bei Aquarell?
Einen alten Pinsel oder eine Zahnbürste mit Aquarellfarbe laden und mit dem Finger oder einem anderen Pinsel über die Borsten fahren – so entstehen kleine Farbspritzer auf dem Papier, die ein Blumenfeld in der Ferne imitieren.

Welches Papier eignet sich für diese Techniken?
Mindestens 300 g/m² Aquarellpapier. Hahnemühle ist eine gute Wahl. Dünnes Papier wellt sich und verträgt die Feuchte nicht gut.

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